Bulgarien
Kalofer

Die Stadt liegt am Fluß Tundaja unterhalb des Berggipfels Botev im Balkangebirge. Im 16. Jahrhundert erlaubte der Sultan einer Gruppe junger Männer, die türkische Karawanen angriffen, bei Verzicht auf die Überfälle das Gebiet zu besiedeln. Der Ort entwickelte sich zu einem Kultur- und Handelszentrum und pfegt noch heute seine Traditionen. Die meisten Leute beschäftigen sich mit der Zucht der ölhaltigen Rosen und der Herstellung von Rosenöl.


Ortsansicht

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Spitzen als Schmuck für die Bekleidung eingekauft. Eka Kaminkova, Tochter eines Diplomaten, brachte belgische Spitzen und Klöpppel mit. Auf ihre Initative hin wurde ein Frauenbildungsverein gegründet. Mit Hilfe von reichen Kaufleuten kamen 2 tschechische Lehrerinnen und erteilten den Frauen Unterricht.

Donka Schipkova erlernte das Spitzenklöppeln an der Kunstakademie und wurde die erste Klöppellehrerin Bulgariens. Sie schuf aus der Brüsseler die Spitze von Kalofer mit floralen Motiven, wie z.B. Tulpen, Rosen, Nelken und Eichenlaub. Im Kloster im Westen der Stadt wurde 1910 die einzige Klöppelschule Bulgariens eröffnet. Mit staatlicher Unterstützung erlernten alle Mädchen dieses Handwerk. Die Klöppellehrerinnen entwarfen ihre eigenen Muster. Es gab symmetrische Muster für Bettwäsche, Kragen mit Gänseblümchen, Sonnenblumen, Flechten und Pinien.

Typische Spitzen

In den 20er Jahren wurden in 120 Häusern geklöppelt. Händler verkauften große Mengen der Spitze in Plovdiv und Sofia. Aber auch im Ausland waren die Spitzen begehrt. Vor dem Krieg schloß die Schule. Nach dem Krieg verweigerte der Staat die Unterstützung. Nur noch wenige klöppelten.

Heute wird die Spitzentradition wieder belebt. Es werden noch ca. 111 Muster der ehemaligen Spitze in Kalofer gearbeitet. Sie dient zu Dekorationszwecken. Während der Zeit der Rosenernte, Anfang Juni, wird wieder sehr viel Spitze verkauft. Aber auch in der Touristinformation kann man diese neben anderen Souveniers erwerben.


Klöpplerin

Tourist-Information

Klöpplerinnen

Im Jahr 2006 findet am 15. August ein Spitzenfestival statt.


Museum

Im Museum
© Petra Pönisch 2010-08-31   Impressum