Belgien
Kant

Bis zum 18. Jahrhundert wurde nur mit selbsterzeugtem Leinengarn geklöppelt. Durch die Industrialisierung reichte die Zeit zur aufwendigen Garnherstellung nicht mehr aus, so dass auf billigeres Baumwollgarn ausgewichen wurde.

Stückklöppelei wurde auf dem Rundkissen gefertigt, Flachkissen kamen für größere Arbeiten zum Einsatz.

Brugge
Brugge ist eine Gründung der Wikinger aus dem 7. Jahrhundert. Im 12. und 13. Jahrhundert beherrschte die Stadt den Handel mit England. Seit dem 15. Jahrhundert gab es einen wirtschaftlichen Niedergang durch Versanden des Hafens. Erst im Jahr 2002 wurde die Stadt aufwendig saniert.
Brugge
Das wichtigste Textilhandwerk ist die Klöppelspitzenherstellung. Zum Ende des 17. Jahrhunderts erzielte die Brugger Spitze einen außergewöhnlichen Erfolg auf den europäischen Modemärkten und wurde als flämische Spitze berühmt. Für ihre Herstellung wurden 300 bis 700 Klöppel benötigt.

Das Kantcentrum befindet sich ehemaligen Jeruzalemgodshuizen aus dem 15. Jahrhundert. Hier findet man ein Spitzenmuseum, einen Laden für Spitzen und Klöppelbedarf und die Klöppelschule mit internationalem Ruf.

Im städtischen Museum für Volkskunde sind u.a. auch Spitzentrachten und alte Klöppelkissen ausgestellt.

Neben dem Kantcentrum findet man viele Geschäfte, in den Spitzen geklöppelt und verkauft werden.


Klöppeldemonstration

Spitzengeschäft «'t Apostelientje»

Im Spitzengeschäft

In jedem Jahr finden Mitte August die Brugger Klöppeltage in der Brauerei «Straffer Hendrik» statt.

Kortrijk

Die Industrie- und Handelsstadt an der Leie beherbergt ein Spitzen- und Leinenmuseum in einem alten Gehöft. Eine Abteilung stellt die Geschichte des Flachsanbaus und der Leinenherstellung von der beschwerlichen Handarbeit bis zur maschinellen Produktion in dieser Region dar.

In einem zweiten Gebäude befindet sich die Spitzensammlung. Im Erdgeschoss werden Spitzen aus aller Welt gezeigt. Das Obergeschoss gibt einen Einblick über die Verwendung von Spitzen bei den verschiedensten gesellschaftlichen Anlässen.

Auf dem Marktplatz steht der Belfried, ein Überrest der früheren Tuchhallen, auf dessen spitzen Turm das Standbild des Markus, der Gott des Handels, zu sehen ist.

Im Beginenhof findet man mit Spitzen verzierte Gardinen an fast jedem Fenster.

Mechelen

Bis 1720 wurde der Name Mechelner Spitze für sämtliche Spitzen aus Flandern benutzt. Auch in Mechelen selbst wurden verschiedene Spitzenarten gefertigt. Bis etwa 1665 wurde häufig ein Spinnengrund benutzt, der durch komplexere Gründe wie Binche und Valenciennes ersetzt wurde. Gegen 1700 kam dann der typische sechseckige Mechelner Grund auf. Ein dickerer Zierfaden (Gimpe) hebt sich deutlich vom leichten Grund ab. Der Grund wurde ohne Hilfe von Nadeln gefertigt.


Projekt: Moderne Mechelner Spitzen mit Iva Prošková

Die klassische Mechelener Spitze wird heute kaum noch gefertigt. In ihrem Museum in Bonheiden (ca. 10 km östlich von Mechelen) sammelt die Familie Vermant seit vielen Jahren historische Spitzen, Klöppelbriefe, Musterbücher und Klöppelzubehör. Sie veranstalten Kurse und versuchen, mit neuen Entwürfen die Mechelner Spitze neu zu beleben.

Jedes Jahr findet hier Ende September der Kantmarkt statt.

Das Museum ist im Sommer jeden Mittwoch nachmittags geöffnet, andere Termine können vereinbart werden. Achtung: das Museum wird in nächster Zeit umziehen!


Museum

Kontakt

Gent

MIAT Gent

Das Textil- und Technikmuseum MIAT beherbergt eine kleine Sammlung von Klöppelspitzen und Klöppelmaterialen aus verschiedenen Regionen Belgiens. Eine Klöppelgruppe ist hier ebenfalls aktiv.

© Petra Pönisch 2010-08-31   Impressum